Zero Waste im Badezimmer - 11 simple Alternativen

Was ist Zero Waste?

Zero Waste heißt wörtlich übersetzt “Null Müll”. Das Ziel ist es also so gut wie keinen Müll zu produzieren und somit die Ressourcen dieser Erde zu sparen. Müllvermeidung ist das Grundprinzip. Vorallem wird versucht nach und nach alle Einmalprodukte durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen.

Warum Zero Waste?

Der Durchschnitts-Deutsche wirft jedes Jahr 450 kg Haushaltsmüll weg. Das ist also mehr als ein Kilo am Tag! Leider kann trotz Mülltrennung nur ein geringer Anteil des Mülls recycelt werden. Der Rest wird verbrannt. Es gibt somit zwei Lösungen. Die eine wäre das Recycling zu optimieren und die andere und auch viel logischere ist, erst gar keinen Müll entstehen zu lassen. Denn das spart Ressourcen und schützt die Umwelt. Und auch die Gesundheit, denn sehr häufig sind Lebensmittel und andere Produkte in Plastik verpackt, welches giftige Schadstoffe, wie z. B. Weichmacher enthält.

Gründe für Zero Waste gibt es genug. Die Frage ist nur, wie und wo fängt man am Besten mit Zero Waste an. Da einem Zero Waste gerade am Anfang vorkommt, wie ein Fass ohne Boden, ist es hilfreich sich einen Raum auszusuchen, indem man mit Zero Waste Alternativen startet. Das kann sowohl die Küche, das Badezimmer oder das Büro sein. Das Badezimmer ist für viele der einfachste Raum. Auch ohne einen Unverpackt-Laden gibt es hier viele Möglichkeiten etwas zu verändern.

Hier die 11 simplen Zero Waste Alternativen für das Bad:

  1. Plastikrasierer ➔ Rasierhobel
    Der Plastikrasierer hat eine extrem kurze Lebensdauer und ist auf Dauer sehr teuer. Zudem kann das Plastik nicht recycelt werden. Der Rasierhobel hält ein Leben lang. Somit ist der Hobel auf lange Sicht gesehen sehr günstig. Auch die Klingen kosten nur wenige Cents und sind recyclebar. Außerdem sorgt der Rasierhobel für eine gründliche Rasur und sanfte Haut. [Mehr über den Rasierhobel erfahrt ihr hier.] (https://www.rasierhobel.info/know-how/rasierhobel-was-ist-das.html)
  2. Plastik-Zahnbürste ➔ Bambuszahnbürste
    Die klassische Zahnbürste aus Plastik kann einfach durch eine Bambuszahnbürste ersetzt werden. Beide werden zwar nach 2-3 Monaten weggeworfen, aber der Unterschied liegt im Material. Plastik enthält gesundheitsschädliche Weichmacher. Plastik ist nicht recyclebar. Zusätzlich wird zur Herstellung Erdöl verwendet - eine knappe Ressource. Im Gegensatz dazu ist Bambus ein schnell nachwachsender Rohstoff und gesundheitlich unbedenklich. Die Zahnbürste kann vor dem Entsorgen einfach am Kopf zerbrochen werden. Den Bambusgriff kann man kompostieren und den Kopf wirft man in den Müll.
  3. Zahnpasta ➔ Zahnputztabletten
    Auch Zahnpasta schafft es nur sehr selten ohne Plastiktube in Drogeriemärkte. Die Alternative sind Alutuben. Egal welche Tube man verwendet, am Ende landet sie im Müll und dies gilt es bei Zero Waste zu vermeiden. Zahnputztabletten kann man sich im Unverpackt-Laden einfach in sein mitgebrachtes Gefäß abfüllen. Somit spart man komplett die Verpackung. Zum Zähne putzen nimmt man eine Zahnputztablette in den Mund und zerkaut sie. Geschmack und Konsistenz sind sehr ähnlich wie bei einer Zahnpasta. Durch die trockene Zusammensetzung der Zahnputztablette wird bei der Herstellung auf alle Hilfsstoffe verzichtet, die sonst in Pasten für die Konsistenz enthalten sein müssen.
  4. Wattestäbchen ➔ Oriculi
    Wattestäbchen können ganz einfach durch ein Oriculi ersetzt werden. Somit kann wieder ein Einwegprodukt aus Plastik mit einem lebenslang wiederverwendbarem Ohrstäbchen aus Bambus bzw. Edelstahl ersetzt werden. Ohrenschonend kann das Stäbchen am äußeren Ohr ein bis zweimal pro Woche benutzt werden.
  5. Shampoo ➔ Feste Haarseife
    Das herkömmliche Shampoo befindet sich in einer Plastikflasche. Im Shampoo befinden sich zahlreiche künstliche Inhaltsstoffe. Zusätzlich transportiert man unnützerweise beigemengtes Wasser mit nach Hause. Die Alternative ist eine feste Haarseife. Diese Seife reinigt auf natürliche Weise und hält ewig.
  6. Duschgel ➔ Feste Duschseife
    Auch Duschgel gibt es in Drogeriemärkten nur in Plastikflaschen. Auch dieses enthält häufig harte Tenside und künstliche Inhaltsstoffe, sowie jede Menge Wasser. Dieses Wasser zahlt man zum Einen mit und zum Anderen transportiert man es mit nach Hause. Auch hier empfiehlt sich ein festes Stück Seife. Seifen gibt es zahlreiche. Wichtig ist es hier auf eine vegane Seife zu achten. Kleiner Tipp: Man kann auch einfach die Haarseife für das Gesicht und den Körper nehmen. Wer redet einem denn ein, dass man für jedes Körperteil eine separate Seife benötigt.
  7. Deo ➔ Deo-Creme
    Bei einem herkömmlichen Deo muss man beim Kauf schon lange darauf achten, dass es ohne schädliches Aluminium ist. Zusätzlich sind Deos meistens in Spraydosen mit Plastikkopf oder in Plastikverpackungen. Einige Deos schaffen es auch ins Glas, haben dann jedoch immer noch den Plastikroller. Als auch hier lohnt sich eine Mehrwegvariante oder eine Variante ohne Plastik. Es gibt Deocremes im Handel, die sind entweder im Glas mit Aludeckel oder in einem Aludöschen. Aluminium kann sehr gut recycelt werden und somit wäre das eine gute Lösung. Diese Cremes trägt man auf den Achseln auf und verschmiert sie gut. Meist sind diese Cremes auf Basis von Sheabutter oder Kokosöl und können daher bei heißen Temperaturen flüssig werden. Also aufpassen beim Öffnen der Dose. Ein schöne Idee um wirklich auch die Dose oder das Glas zu vermeiden ist sein Deo selbst herzustellen.

    Es gibt ein sehr einfaches Deo-Rezept, welches super wirkt: 2 EL Kokosöl in einem Topf langsam verflüssigen. In einer separaten Schale 1 EL Natron, 3 EL Maisstärke vermischen. Das flüssige Kokosöl sowie 15-20 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl (Tipp: Zitronengras duftet ganz toll und erfrischend) in die Schale geben und vermengen bis eine cremige leicht flüssige Masse entsteht. Das Deo nun in einen Behälter füllen und für ca. eine Stunde in den Kühlschrank stellen, damit das Kokosöl wieder fest wird und die Duftstoffe in sich einschließt. Ready to use!
  8. Cremes ➔ Öle
    Auch Cremes aus Plastiktiegeln und -tuben kann man einfach ersetzen. Es gibt verschiedene hochwertige Öle, die in einem Glasfläschchen erhältlich sind. Vorteil ist, ihr kennt die Inhaltsstoffe. Des Weiteren braucht ihr auch viel weniger davon nehmen, da diese Öle sehr nährstoffreich sind. Shia vom Zero Waste Blog wastelandrebel hat auch eine Übersicht zusammengestellt, welche Bio-Küchenöle für welchen Hauttyp zur Hautpflege verwendet werden können. [Hier gehts zum Artikel.] (https://wastelandrebel.com/de/naturkosmetik-in-erschwinglich-oele-statt-cremes/)
  9. Peeling ➔ selbstgemachtes Peeling
    Gekaufte Peelings sind häufig nur in Plastiktuben erhältlich, sehr selten findet man sie auch im Glas. Nichtsdestotrotz enthalten Peelings häufig Kunsstoffe und zwar in gelöster oder flüssiger Form. Kunsstoffe sind zum Einen gesundheitlich bedenklich und zum Anderen nicht biologisch abbaubar. Um Verpackung, bedenkliche Inhaltsstoffe und auch Geld zu sparen, empfiehlt es sich sein Peeling selbst herzustellen.

    Hier ein einfaches Peeling-Rezept mit super Peelingeffekt und anschließend schön gepflegter Haut: 3 EL Kaffeesatz und 1-2 EL Olivenöl mischen. Entweder direkt anwenden oder in ein kleines Döschen füllen.
  10. Wattepads ➔ Stoffpads
    Wattepads sind aus Baumwolle. Egal ob Bio-Baumwolle oder Baumwolle beides verbraucht beim Anbau sehr viel Wasser. Sehr schade, wenn man bedenkt, wie kurz die Benutzungsdauers einen Wattepads ist bevor er im Müll landet. Um der Umwelt und dem Geldbeutel etwas gutes zu tun, sollten wir auch hier den Einwegartikel mit einem Mehrwegartikel ersetzen. Stoffpads sind die Lösung. Stoffpads können gewaschen und somit immer wieder benutzt werden. Zum Abschminken und für die Anwendung von Gesichtswasser eignen sich Stoffpads sehr gut. Ein Vorteil ist, sie fusseln nicht wie die klassischen Wattepads. Aus alten Stoffresten können Stoffpads selber genäht werden. Ansonsten findet man sie auch hier.
  11. Tampon bzw. Binden ➔ Menstruationstasse
    Knapp 17.000 Tampons bzw. Binden verbraucht eine Frau in Ihrem Leben. Weltweit entstehen damit jährlich 45 Milliarden Tonnen Müll. Tampons als auch Binden werden aus Baumwolle bzw. Zellwolle hergestellt. Beide enthalten üblicherweise Plastikbestandteile. Zusätzlich werden sie einzeln in Plastik verpackt. Eine Menstruationstasse ist dagegen aus medizinischem Silikon. Einige Modelle werden jedoch aus Latex oder dem Kunststoff TPE hergestellt. Neben der Vermeidung großer Müllmengen verzichtet man auch automatisch auf körperbelastende Stoffe, die in der Regel in gebleichten und chemisch behandelten Tampons zu finden sind. Die Menstruationstasse passt sich dem Körper an. Weitere Vorteile sind, dass man die Menstruationstasse bis zu 10 Jahren verwenden kann und auch deutlich weniger wechseln muss. Eine Menstruationstasse muss nur alle 8-12 h gewechselt werden. Sie wird während der Periode einfach unter fließendem Leitungswasser ausgewaschen und anschließend einmal ausgekocht.

Einer der tollsten Nebeneffekte von Zero Waste ist, dass man bei der Verwendung von so vielen Mehrwegprodukten sehr viel Geld spart. Viele Einwegprodukte kosten in der Anschaffung zwar weniger, aber dadurch, dass sie nach dem einmaligen oder kurzen Gebrauch im Müll landen und wieder neu gekauft werden müssen, summiert sich das auf ein Leben gesehen ganz schön.